Was wünscht sich ein Mensch am Lebensende? Schmerzfreiheit gehört dazu. Sicherheit auch. Doch manchmal sind es noch ganz andere Dinge, die unseren Hospizgästen wichtig werden: frische Luft, Sonnenlicht, das Zwitschern der Vögel oder ein Gespräch im Grünen.
Deshalb spielt der Garten unseres stationären Hospizes „mit Herz und Hand“ eine größere Rolle, als man auf den ersten Blick vermuten würde.
In der Hospiz- und Palliativarbeit geht es darum, Menschen in ihrer letzten Lebensphase ganzheitlich zu begleiten. Medizinische und pflegerische Versorgung sind dabei wichtig. Genauso wichtig sind aber die Dinge, die sich nicht messen lassen: Wohlbefinden, Erinnerungen, Nähe und das Gefühl, weiterhin am Leben teilzuhaben.
Ein besonderer Rückzugsort – mitten im Leben

Für viele Gäste wird der Garten zu einem solchen Ort. Nach langen Krankheitsverläufen, Krankenhausaufenthalten und vielen Stunden in geschlossenen Räumen wächst oft die Sehnsucht, einfach draußen zu sein. Die Sonne im Gesicht zu spüren, den Wechsel der Jahreszeiten wahrzunehmen oder den Blick ins Grüne schweifen zu lassen.
Selbst bettlägerige Gäste können mit ihrem Bett in den Garten gefahren werden. Dort sind sie mitten im Geschehen, in der Natur und unter der Weite des Himmels. Manche genießen die Ruhe. Andere freuen sich über Besuch und einen Kaffee mit ihren Zugehörigen.
Auch für Familien wird der Garten oft zu einem besonderen Rückzugsort. Gespräche fallen hier manchmal leichter als im Zimmer. Und manchmal braucht es gar keine Worte. Dann sitzt man einfach nebeneinander und schaut in die Baumkronen.
Immer wieder entstehen draußen kleine Momente, die in Erinnerung bleiben. Hunde besuchen ihre Besitzerinnen und Besitzer und bringen ein Stück Zuhause mit. Kinder testen, wie hoch man in der Schaukel unter dem alten Baum fliegen kann. Und einmal graste sogar ein Pony auf unserem Rasen.
Dass der Garten heute so einladend wirkt, verdanken wir nicht zuletzt einem Team ehrenamtlicher Gärtnerinnen und Gärtner. Mit viel Engagement pflegen sie Beete, Sträucher und Rasen. Ihre Arbeit geschieht meist im Hintergrund, trägt aber entscheidend dazu bei, dass dieser Ort seine besondere Atmosphäre entfalten kann.
Ein Bett unter den Sternen
Eine Geschichte ist dem Team besonders im Gedächtnis geblieben. Eine Gästin äußerte einen klaren Wunsch: Sie wollte nicht in ihrem Zimmer sterben. Sie wollte draußen sein.
Das Team nahm diesen Wunsch ernst. In einer milden Sommernacht wurde ihr Bett auf die Terrasse geschoben. Über ihr kein Dach, sondern der offene Himmel. Dort, unter den Sternen, ist sie gestorben.
Diese Erinnerung beschreibt vielleicht am besten, worum es in der Hospizarbeit geht. Nicht alles ist möglich. Aber wir versuchen herauszufinden, was einem Menschen wirklich wichtig ist – und Wege zu finden, es möglich zu machen.

Manchmal ist es ein Gespräch. Manchmal ein Lieblingsessen. Und manchmal ein Sternenhimmel.
Gerade jetzt, in den Sommermonaten, zeigt sich der Garten von seiner schönsten Seite. Für unsere Gäste, ihre Zugehörigen und auch für unsere Mitarbeitenden ist er ein Ort zum Durchatmen, Begegnen und Dasein. Ein Ort, der daran erinnert, dass Lebensqualität oft in den kleinen Dingen liegt.







